Im Wahlkampf werfen alle Parteien mit Zahlen um sich. Die Tricks, die dabei benutzt werden, gehören aber keiner bestimmten Partei – sie funktionieren bei jeder gleich. Deshalb sind alle Beispiele hier erfunden: "Partei A" und "Partei B", nicht echte Parteien.
Hier ist ein erfundener, aber realistisch schwankender Verlauf über 10 Jahre. Wähl unterschiedliche Startjahre und schau, wie sich die Behauptung ändert – obwohl die Zahlen dieselben bleiben.
Je nachdem, welches Startjahr gewählt wird, lässt sich aus demselben Verlauf mal ein großer Erfolg, mal fast keine Veränderung herauslesen. Das heißt nicht automatisch, dass die Zahl erfunden ist – aber der gewählte Vergleichspunkt entscheidet oft mehr über den Eindruck als die Realität.
Beides ist mathematisch korrekt. Beide Zahlen stehen selten nebeneinander in einer Wahlkampf-Aussage.
Eine Steigerung von 2 auf 3 Fälle ist statistisch gesehen sehr wenig aussagekräftig (Zufall kann das leicht erklären) – klingt aber als "+50%" nach einer echten Entwicklung. Frag bei jeder Prozentzahl: Prozent von welcher absoluten Zahl?
Möglich! Aber gleichzeitig könnten auch andere Dinge passiert sein: eine weltweite Konjunkturerholung, niedrigere Rohstoffpreise, ein guter Exportmarkt. Ohne diese Möglichkeiten auszuschließen, ist "seit X passiert Y" noch kein Beweis, dass X das Y verursacht hat.
Das heißt nicht, dass die Reform wirkungslos war – nur, dass "danach" allein noch kein "deswegen" beweist. Das gilt für jede Partei, die diesen Satzbau benutzt.